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Spurensuche



Am 9. November wird das jüdische Gemeindezentrum zusammen mit der Synagoge und dem jüdischen Museum auf dem Jakobsplatz eingeweiht. Dazu habe ich mich mal auf die Spurensuche nach der Vergangenheit gemacht. Von der ersten Synagoge in München gibt es keine Spuren mehr, das sogar die Strasse in der sie mal lag nicht mehr existiert. Sie befand sich in der Gruftstrasse hinter dem Rathaus und wurde nach der Vertreibung der Juden in eine Kirche umgewandelt. Auf diesem Gelände ist jetzt die Grünfläche des Marienhof (z. Zt. arg durchwühlt und durchlöchert). 1824 wurde in der Westenriederstrasse eine neue Synagoge errichtet. Die ist aber schon lange verschwunden nur noch ein brachliegendes Grundstück zeugt von der Stelle. Ende des 19. Jahrhunderts war es dann soweit. In der Herzog-Max-Strasse wurde die Synagoge am 16. Sept. 1887 eingeweiht. Im Sommer 1938 wurde sie abgebrochen, da sie den neuen Machthabern ein Dorn im Auge war. Bis vor wenigen Jahren befand sich dort eine Grünfläche bis das Grundstück mit dem Erweiterungsbau des Karstadt-Kaufhauses überbaut wurde. Die Synagoge Ohel Jakob in der Herzog-Rudolf-Strasse, die von den orthodoxen Juden nach Meinungsverschiedenheiten über den Ritus in der Hauptsynagoge errichtet wurde, überlebte die Reichskristallnacht nicht. Sie wurde angezündet. Eine Lücke in der Häuserzeile weißt auf den Platz hin. In den dreisiger Jahren wurde von den sog. Ostjuden in der Reichenbachstrasse eine weitere Synagoge errichtet. Wobei das Viertel um den Gärtnerplatz und das Glockenbachviertel das bevorzugte Wohngebiet der Juden aus Polen, Rußland usw. war. Allein in der Hans-Sachs-Strasse gab es 2 Betsäle. Ihre Lage im Hinterhof zwischen Wohnhäusern verdankt sie, dass sie nicht ein Raub der Flammen am 9. November 1938 wurde. Sie wurde "nur" verwüstet. Nach dem Krieg wurde sie wieder genutzt und ist bis heute die einzige Synagoge in München. Leider ist sie wegen ihrer Lage nicht öffentlich zugänglich. Dazu habe ich ein paar Fotos gesammelt. Ein interessantes Buch zu diesem Thema ist "Jüdisches München". Die neue Synagoge am Jakobsplatz wird dann doch hoffentlich auch ausserhalb der Gottesdienste zugänglich sein.

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